Bürogebäude, Showrooms oder repräsentative Firmenzentralen – glasbetonte Architektur liegt nach wie vor im Trend. Sie vermitteln Transparenz und Offenheit und sind in nahezu jedem modernen Gewerbe- oder Stadtentwicklungsprojekt zu finden. Im Gegensatz zu vergangenen Jahrzehnten sind das allerdings keine reinen „Glaspaläste“ ohne ausreichenden Sonnen- und Wärmeschutz mehr, sondern, innovative, nachhaltige und energieeffiziente Immobilien.

Damit entsprechende Objekte nicht nur optisch überzeugen, sondern vor allem auch höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht werden können, dürfen für den Bau nur spezielle, zertifizierte Bauelemente und Bauteile verwendet werden. Dazu zählen nicht nur das Glas selbst, sondern auch moderne Glaslösungen wie Befestigungs- und Verbindungssysteme. Was sollte man in diesem Zusammenhang berücksichtigen?

Anforderungen und Glasarten für sichere Verglasungen

Ob Türen und Innenverglasungen, große Fensterflächen, Balkone oder komplette Fassaden: Glas ist mehr als nur ein einfaches Gestaltungselement, sondern kann auch ein tragendes, funktionales Bauteil moderner Architektur sein. Entscheidend ist, dass nur hochwertiges Sicherheitsglas beim Bau entsprechender Objekte verwendet wird, das geltenden Normen entspricht, hohe statische Anforderungen erfüllt und Temperaturunterschieden sowie mechanischen Einwirkungen dauerhaft standhalten kann. Zu beachten sind in diesem Zusammenhang vor allem folgende Regelungen:

DIN 18008 (zentrale Glasnorm)

Die zentrale Glasnorm regelt die Bemessung und konstruktive Ausführung von Glas im Bauwesen und definiert unter anderem Anforderungen an absturzsichernde, punktförmig gelagerte oder überkopf angeordnete Verglasungen.

Europäische Produktnormen für ESG, VSG, TVG

Zusätzliche europäische Normen legen die Herstellungsanforderungen, Festigkeitseigenschaften und das Bruchverhalten der jeweiligen Glasarten fest und sorgen so für europaweit einheitliche Qualitätsstandards.

Bauordnungsrecht / Landesbauordnungen

Die jeweiligen Landesbauordnungen bzw. das Bauordnungsrecht bestimmen, wann Verglasungen als absturzsichernd gelten, welche Nachweise erforderlich sind und unter welchen Bedingungen bestimmte Bauarten überhaupt zulässig sind.

Eurocodes zur Lastberechnung

Eurocodes zur Lastenberechnung auf Tragwerke definieren die anzusetzenden Einwirkungen von Wind-, Schnee- oder Nutzlasten und bilden die Grundlage für die statische Dimensionierung von Glas und Befestigungssystemen.

Im modernen Glasbau kommen vor allem folgende Glasarten und Typen zum Einsatz:

Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG): ESG zeichnet sich durch hohe Stoß- und Temperaturbeständigkeit aus und zerfällt im Bruchfall in kleine, stumpfkantige Krümel, was das Verletzungsrisiko deutlich verringert.

Verbundsicherheitsglas (VSG): VSG besteht aus mehreren Glasscheiben mit reißfester Folienzwischenschicht, die im Bruchfall Splitter bindet und ein Durchfallen verhindert.

Teilvorgespanntes Glas (TVG): TVG wird häufig als Bestandteil von VSG eingesetzt und bietet eine erhöhte Biegezugfestigkeit, sowie ein charakteristisches Bruchbild mit größeren, verbundenen Bruchstücken. TVG ist kein eigenständiges Sicherheitsglas im Sinne von ESG, sondern wird meist im Verbund eingesetzt, z. B. bei Überkopfverglasungen.

Isolierglas (zwei- oder dreifach verglast): Isolierglas ist keine eigene Glasart, sondern eine Konstruktion aus mehreren Scheiben (z. B. ESG oder VSG) mit Zwischenraum (Gasfüllung). Es sorgt zusätzlich für Wärme- und Schalldämmung und wird vor allem bei Fassaden und großen Fensterflächen verwendet.

Zertifizierte Bauelemente als Grundlage für sichere Glasbauten

Voraussetzung für sichere Glasbauten sind, neben entsprechenden Normen und geeigneten Glasarten, vor allem die sicherheitsrelevanten Konstruktionsteile, die nur dann verwendet werden dürfen, wenn es sich dabei um sogenannte zertifizierte Bauelemente handelt. Unter zertifizierten Bauelementen versteht man im Rahmen von Bauprojekten vorgefertigte Bauteile, welche offiziell geprüft und für den Einsatz in größeren Bauprojekten zugelassen, bzw. entsprechend zertifiziert sind.

Etablierte Hersteller wie beispielsweise das Unternehmen Buerskens in Straelen am Niederrhein, haben sich auf die Produktion von hochwertigen, sicherheitsrelevanten Konstruktionsteilen spezialisiert und entwickeln stetig neue innovative Produkte.

Geprüfte Glasklemmen und Scheibensicherungen für absturzsichernde Verglasungen

Ein Beispiel für ein solches Produkt sind etwa Glasklemmen mit AbZ für absturzsichernde Verglasungen im Innen- und Außenbereich, für die Buerkens die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBT) erhalten hat. AbZ ist hier die Abkürzung für allgemeine bauaufsichtliche Zulassung und stellt in Deutschland den höchsten Verwendbarkeitsnachweis für Bauprodukte dar. Um unterschiedlichen Anforderungen und Bedingungen des jeweiligen Bauprojekts gerecht zu werden, bietet das Unternehmen seine Glasklemmen in verschiedenen Materialien (rostfreier Edelstahl, Edelstahleffekt, Zinkdruckguss oder V4A/Duplex). Um eine fachmännische, normgerechte Montage zu gewährleisten, werden neben den Glasklemmen auch entsprechende Sicherungen benötigt.

Scheibensicherungen verhindern zuverlässig, dass Glasscheiben aus den Glasklemmen auch bei hoher Beanspruchung bzw. Belastung herausrutschen oder gar abstürzen. Man unterscheidet zwischen Scheibensicherungen, manchmal auch Sicherungsplatten genannt, die sich vor allem für bereits bestehende Objekte anbieten, und Sicherungsstiften, die durch eine kleine Bohrung im Glas geführt werden und die Scheibe so mechanisch blockieren.

Fazit

Moderne Glaslösungen erfüllen vielfältige ästhetische und funktionale Anforderungen und verbinden ästhetische Transparenz mit hoher Sicherheit. Sowohl die verwendeten Glasarten, als auch die Verbindungselemente müssen strengen Normen und Vorschriften entsprechen, bauaufsichtlich zugelassen, und entsprechend zertifiziert sein.

Von Builder